Köln, 22. März 2004. - Das Medien- und IT-Unternehmen OnVista AG legt heute wesentliche Zahlen aus dem testierten Jahresabschluss 2003 vor. Wie prognostiziert erzielte der OnVista-Konzern im Geschäftsjahr 2003 bei einem rückläufigen Umsatz einen deutlichen Jahresüberschuss. Das Konzernergebnis vor Steuern betrug € 7,56 Mio., nach € 0,15 Mio. im Vorjahr. Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei € 5,79 Mio. (Vj.: € 2,45 Mio.) Das entspricht einem Plus von136%. 2003 erwirtschaftete OnVista einen Konzernumsatz in Höhe von €10,84 Mio. Daraus errechnet sich ein Minus von 14% gegenüber dem Vorjahr (€ 12,58 Mio.).
Allerdings ist der Vorjahresvergleich aufgrund der fusionsbedingten Entkonsolidierung der OnVista Technologies GmbH zum 30. November 2003* nur bedingt aussagefähig: Zum einen floss aus dem Geschäftsfeld Technologies nur der Umsatz der ersten elf Monate 2003 ein, zum anderen ergab sich durch die fusionsbedingte Hebung stiller Reserven bei der OnVista TechnologiesGmbH ein nicht liquiditätswirksamer Ertrag in Höhe von € 12,06 Mio.
*Zur Fusion der OnVista Technologies GmbH und den Auswirkungen auf den Konzernabschluss der OnVista AG siehe die Erläuterung im letzten Absatz dieser Pressemitteilung.
Verantwortlich für den rückläufigen Konzernumsatz ist ausschließlich das Geschäftsfeld Technologies (internetbasierte Finanzmarkt-Informations-Systeme für Finanzdienstleister), das mit einer unverändert schwierigen Marktlage konfrontiert war. Das Geschäftsfeld Media (Finanzportal OnVista) dagegen entwickelte sich sehr erfolgreich und schloss mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebniszuwachs ab. Operativ ergab sich –aufgrund der negativen Geschäftsentwicklung im Segment Technologies vorder Fusion – ein Fehlbetrag im OnVista-Konzern: Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) lag 2003 bei € -5,01 Mio., nach € -1,19 Mio. im Jahr zuvor. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) wies ein Minus von € 1,24 Mio. auf. 2002 war es mit € 1,44 Mio. positiv.
Der Konzernumsatz verteilte sich im Jahr 2003 zu 58% (Vj.: 72%) auf das Geschäftsfeld Technologies und zu 41% (Vj.: 28%) auf das Geschäftsfeld Media. Weniger als 1% entfiel auf das Segment Corporate Services.
Die Verschiebung ist im Wesentlichen eine Folge der sehr guten Performance im Geschäftsfeld Media. OnVista Media steigerte seine Erlöse um mehr als € 1 Mio. und schrieb erneut schwarze Zahlen. Der Gesamtumsatz lag bei € 4,52 Mio., nach € 3,51 Mio. im Vorjahr. Das entspricht einem Zuwachs von 29%. Der reine Außenumsatz lag bei € 4,50 Mio. (Vj.: € 3,43 Mio., 31%). Das Segmentergebnis ist um die Hälfte gestiegen und betrug € 0,60 Mio. (Vj.: € 0,40 Mio.).
„OnVistaMedia blickt auf das beste Jahr seit Firmenbestehen zurück“, kommentiert Michael W. Schwetje, Vorstand Media und Finanzen der OnVista AG, die Zahlen. „Wir konnten alle relevanten Kennzahlen verbessern und haben das Jahr 2003 deutlich über Plan abgeschlossen. Eine Umsatzrendite von 13% ist im Branchenvergleich sicherlich ungewöhnlich.“
Das Geschäftsfeld Media umfasst die OnVista Media GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der OnVista AG. Das Medienunternehmen betreibt und vermarktet das Finanzportal www.onvista.de. Im Jahr 2004 erweitert die OnVista Media GmbH ihren thematischen Fokus: Mit www.medicine-worldwide.de, dem Gesundheitsportal der kürzlich durch die OnVista AG akquirierten AMed-World AG, bietet das Unternehmen nun ein zweites unabhängiges Special-Interest-Portal an. Ziel dieser strategischen Weichenstellung ist es, eine neue Umsatzquelle für OnVista Media zu erschließen und gleichzeitig die Abhängigkeit vom Finanzumfeld zu verringern.
Mit sehr schwierigen Marktbedingungen hatte das Geschäftsfeld Technologies zu kämpfen. Dieses umfasste in den ersten elf Monaten 2003 die vollkonsolidierte OnVista Technologies GmbH und die dazugehörigen ausländischen Vertriebsgesellschaften. Seit Dezember 2003 wird hier die Beteiligung an der IS.Teledata AG at-equity einbezogen.
Im Jahr 2003 wurde im Geschäftsfeld Technologies ein Gesamtumsatz von € 7,26 Mio. (Vj.:€ 10,29 Mio.) erzielt. Der Außenumsatz betrug € 6,29 Mio. (Vj.: € 9,07Mio.). Das entspricht einem rechnerischen Rückgang von 29% bzw. 31%. Ausschlaggebend für das unerwartet deutliche Umsatzminus war neben dem kürzeren Konsolidierungszeitraum, dass OnVista Technologies den durchdie Kündigungen des Jahres 2002 entgangenen Umsatz vor dem Hintergrund der schlechten Nachfragesituation nicht über Neugeschäft kompensieren konnte. Durch die gesunkenen Erlöse verzeichnete das Geschäftsfeld ein negatives operatives Ergebnis (EBIT) von € -2,64 Mio. (Vj.: € 0,63Mio.) Das Segmentergebnis war insgesamt jedoch mit € 9,47 Mio. (Vj.: €0,63 Mio.) hoch positiv. Hier schlug sich der bereits erwähnte, nichtliquiditätswirksame Ertrag aus der Hebung stiller Reserven nieder.
„Im Geschäftsjahr 2003 entwickelte sich die OnVista Technologies GmbH deutlich unter unseren Erwartungen. Durch die Fusion unserer früheren 100%-Tochter haben wir jedoch die Grundlage für künftig nachhaltig schwarze Zahlen geschaffen“, erklärt Fritz Oidtmann, Sprecher des Vorstandes der OnVista AG, der gleichzeitig Finanzvorstand der IS.Teledata AG ist. Als führender europäischer Anbieter von internetbasierten Finanzmarkt-Informations-Systemen profitiert die fusionierte IS.Teledata AG von einer gestärkten Marktposition. Darüber hinaus werden durch den Zusammenschluss Synergien gehoben und Skaleneffekte genutzt, die zur Steigerung der Profitabilität beitragen. Oidtmann weiter: „Selbst wenn in nächster Zeit kein Marktwachstum einsetzen sollte, wird IS.Teledata aufgrund der verbesserten Kostenstruktur profitabel arbeiten.“ Bereits im Dezember 2003, dem ersten Monat nach der Verschmelzung, steuerte die Beteiligung ein leicht positives Beteiligungsergebnis von T€ 51 zum Konzernergebnisder OnVista AG bei.
Im Bereich Corporate Services entstand ein negatives Segmentergebnis von € -2,50 Mio. (Vj.:€ -0,95 Mio.). Das Segment besteht im Wesentlichen aus der Holding OnVista AG und hat im Geschäftsjahr 2003 in erster Linie zentrale Dienstleistungen für den gesamten Konzern erbracht. Außerdem hält dieOnVista AG einige kleinere Beteiligungen und verwaltet den Finanzmittelbestand des Konzerns.
Zu der Ergebnisverschlechterung haben insbesondere nicht liquiditätswirksame Sondereffekte in Höhe von insgesamt € 1,22 Mio. geführt. Diese Summe beinhaltet Wertberichtigungen bei mehreren Beteiligungen und außerplanmäßige Abschreibungen im sonstigen Anlagevermögen.
Die gesamten operativen Kosten des OnVista-Konzerns summierten sich im Berichtsjahr auf € 15,56 Mio. (Vj.: € 15,06 Mio.). Das entspricht einem leichten Plus von 3,3%.
Der Hauptkostenblock Personalaufwand betrug im Berichtszeitraum € 7,14 Mio. (Vj.: € 7,45 Mio., -4,2%). Im Jahr 2003 waren durchschnittlich 127 Mitarbeiter im OnVista-Konzern beschäftigt (Vj.:138, -8%). In der Stichtagsbetrachtung hat sich der Personalstand deutlich reduziert: von 133 (31.12.2002) auf 41 Mitarbeiter zum 31.Dezember 2003. Der Rückgang resultiert vor allem aus derEntkonsolidierung der OnVista Technologies GmbH.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens beliefen sich auf € 3,76 Mio., nach € 2,63 Mio. im Vorjahr. Der starke Anstieg ( 43%) ist auf außerplanmäßige Abschreibungen in einer Gesamthöhe von € 1,11 Mio. zurückzuführen, die auf Firmenwerte, selbst erstellte Software und nicht mehr genutzte Betriebsvorrichtungen vorgenommen wurden.
Aufgrund eines an die IS.Teledata AG ausgezahlten Darlehens in Höhe von € 1,80 Mio. war der Konzern-Cashflow mit € -1,87 Mio. (Vj.: € 1,16 Mio.) negativ. Die Tilgung erfolgt ratierlich bis 31.12.2005. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war jedoch positiv. Er lag bei €1,22 Mio. und hat sich gegenüber dem Vorjahr (€ 0,37 Mio.) stark verbessert. Hauptgrund hierfür war der Abbau von Forderungen für im Jahr 2002 erbrachte Leistungen.
Die Liquiditätslage ist nach wie vor äußerst komfortabel: Der Finanzmittelbestand betrug zum 31.12.2003 insgesamt € 24,99 Mio. (31.12.2002: € 27,46 Mio.). Der Cash-Wert je Aktie lag bei € 3,73 (31.12.2002: € 4,10). Die Eigenkapitalquotebetrug 96% (31.12.2002: 94%) bei einer Bilanzsumme von € 47,62 Mio.(31.12.2002:€ 43,10 Mio.).
Bei einem nach US-GAAP ermittelten Konzernergebnis nach Steuern von € 5,79 Mio. und 6,7 Mio. Aktien ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von € 0,86, nach € 0,37 im Vorjahr. Zwar ist die Dividendenfähigkeit grundsätzlich gegeben, jedoch schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, keine Dividende auszuschütten.
Für das Geschäftsjahr 2004 erwartet die OnVista AG einen Konzernumsatz von über € 5 Mio. Dabei fließen im Jahr 2004 –nach der fusionsbedingten Entkonsolidierung der OnVista Technologies GmbH – nur noch die Umsätze aus dem Geschäftsfeld Media in den Konzernumsatz, die Umsätze im Geschäftsfeld Technologies werden hier nicht mehr einbezogen. Die dieser Prognose zu Grunde liegende Umsatzsteigerung bei OnVista Media soll aus weiterem Wachstum beim Finanzportal OnVista sowie aus den zusätzlichen Erlösen durch das kürzlich erworbene Gesundheitsportal Medicine-Worldwide resultieren.
Beide operativen Geschäftsfelder– Media und Technologies –werden Gewinne erwirtschaften. Auch das dritte Segment, Corporate Services, wird voraussichtlich erstmals einen geringen Ergebnisbeitrag leisten. Da die Holding-Kosten im Jahr 2004 deutlich sinken werden, können diese nun vollständig von den Zinserträgen aus dem überwiegend in Pfandbriefen angelegten Finanzmittelbestand getragen werden. Auf dieser Grundlage plant OnVista ein positives Konzernergebnis vor Steuern, bei einer Umsatzrendite im zweistelligen Prozentbereich. Anders als 2003 wird dieses allerdings ohne buchhalterische Effekte zustande kommen. Auch EBIT und EBITDA sollen deutlich verbessert werden.
„Nach drei aufgrund der gesamt- und branchenwirtschaftlichen Lage sehr schwierigen Jahren blicken wir optimistisch in die Zukunft“, erläutert Vorstandssprecher Oidtmann die Aussichten. „Unsere positive Sicht ist nur zum Teil verursacht durch die freundlicheren Rahmenbedingungen – Stichwort:Konjunktur, Börsenstimmung, Online-Werbemarkt. Vor allem sehen wir uns jedoch durch die wichtigen strategischen Weichenstellungen in beiden Geschäftsfeldern wettbewerbs- und ertragsstärker aufgestellt denn je. Und unser nach wie vor hoher Finanzmittelbestand versetzt uns in die Lage, jederzeit weitere attraktive Akquisitionschancen zu nutzen.“
Alle Zahlen: Testierter Konzern-Jahresabschluss nach US-GAAP
Zur ausführliche Pressemitteilung zur Entwicklung von OnVista Media vom 01.03.2004 .
Zum vollständigen Geschäftsbericht 2003
Erläuterung zur Fusion der OnVista Technologies GmbH und den Auswirkungen auf den Konzernabschluss der OnVista AG
Am 27.11.2003 wurde die Fusion der OnVista Technologies GmbH, früher eine100%-Tochter der OnVista AG, mit der IS Innovative Software AG zur IS.Teledata AG rechtswirksam. Nach der Fusion hielt die OnVista AG als größte Einzelaktionärin 31,5% der Anteile an dem fusionierten Unternehmen (seit Januar 2004: 33,5%). In den ersten elf Monaten 2003 wurde die OnVista Technologies GmbH vollkonsolidiert. Im Dezember 2003 wurde die Beteiligung an der IS.Teledata AG at-equity bilanziert. Das heißt, Erlöse und Kosten der IS.Teledata AG fließen nicht in die Konzern-GuV der OnVista AG ein, auch die Mitarbeiter der IS.Teledata AG sind in der Konzernzahl der OnVista AG nicht berücksichtigt. Der wirtschaftliche Erfolg der IS.Teledata AG findet in Form eines Beteiligungsergebnisses Eingang in den Konzernabschluss der OnVista AG. Dieses entsprach im Berichtsjahr 31,5% des IS.Teledata-Konzernergebnisses vom Dezember 2003.