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OnVista AG - 2003

OnVista AG mit erfolgreichem Geschäftsjahr 2002

Schwarze Zahlen geschrieben/ Cash Flow positiv/ Kosten reduziert

Köln, 7. April 2003. - Das IT- und Medienunternehmen OnVista AG legt heute wesentliche Zahlen aus dem testierten Jahresabschluss 2002 vor. Im Geschäftsjahr 2002 ist OnVista wie geplant in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das Konzern-Ergebnis vor Steuern (EBT) lag mit € 0,15 Mio. leicht über der eigenen Prognose. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch ein stark negatives EBT von € -9,81 Mio. verzeichnet. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) war wie angekündigt negativ (€ -1,19 Mio.), hat sich aber im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum (€ -5,68 Mio.) stark verbessert. Noch deutlicher positiv als das Vorsteuer-Ergebnis war das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Nach € -2,56 Mio. im Vorjahr betrug es im Berichtszeitraum € 1,44 Mio.

Anders als zuletzt prognostiziert war das Konzern-Ergebnis nach Steuern mit € 2,45 Mio. hoch positiv. Das hohe Plus ist rein bilanztechnischen Ursprungs. Grund ist die Ausgliederung der beiden operativen Geschäftsfelder Technologies und Media in eigenständige GmbHs und die damit verbundene Offenlegung stiller Reserven, die zur Bildung aktiver latenter Steuern in der Konzern-Bilanz führte. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sorgten die latenten Steuern dafür, dass das Nachsteuer-Ergebnis deutlich über dem Vorsteuer-Ergebnis lag. Dabei handelt es sich um einen einmaligen Effekt ohne materielle Auswirkung auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens. Weder erhält OnVista eine tatsächliche Steuerrückzahlung, noch wird die Liquiditätssituation dadurch verändert.

"2002 war ein schwieriges Jahr, in dem wir unser Ziel - die Rückkehr in die Gewinnzone - dennoch erreicht haben", kommentiert Fritz Oidtmann, Sprecher des Vorstandes der OnVista AG, die heute vorgelegten Zahlen. "Beide Geschäftsfelder haben einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet."

Kosten spürbar reduziert

Verantwortlich für die positive Ergebnisentwicklung im operativen Geschäft war vor allem ein konsequentes Kostenmanagement. Durch das Mitte 2001 eingeleitete Restrukturierungsprogramm konnten die operativen Kosten im Berichtsjahr um € 1,92 Mio. oder 11% auf € 15,06 Mio. gesenkt werden (Vorjahr: € 16,98 Mio.). "Ein Blick auf die Kostenstruktur zeigt, dass es uns gelungen ist, sowohl die variablen als auch die fixen Kosten zu senken", erläutert Michael W. Schwetje, Vorstand Media und Finanzen.

Ausschlaggebend für die Senkung der operativen Kosten war insbesondere der Hauptkostenblock Personalaufwand, der sich im Berichtsjahr auf € 7,45 Mio. (Vorjahr: € 8,42 Mio.) verringerte. Das entspricht einem Rückgang von € 0,97 Mio. oder 11%. Auch die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gingen um 6% auf € 2,63 Mio. (Vorjahr: € 2,77 Mio.) zurück.

Verhaltene Umsatzentwicklung

Auf der Erlösseite konnte auch OnVista sich den ungünstigen Umfeldbedingungen - konjunkturelle Stagnation, Bankenkrise, Börsenbaisse - nicht entziehen. Der Konzern-Umsatz lag im Geschäftsjahr 2002 bei € 12,58 Mio. und damit in etwa auf Höhe des Vorjahreswertes (€ 12,60 Mio.). Das auf den ersten Blick stagnierende Umsatzvolumen relativiert sich jedoch, wenn man berücksichtigt, dass OnVista zusätzliche Einkünfte aus Lizenzverträgen in Höhe von € 0,87 Mio. erzielte, die nicht als Umsatz gebucht, sondern in der Position sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen werden. Diese Einkünfte stammen aus Lizenzgebühren, die Kunden für ihre inzwischen eingestellten Online-Aufträge vertragsgemäß zahlten. Da zwar auf der einen Seite ein Zahlungsstrom floss, auf der anderen Seite aber keine Leistung mehr erbracht wurde, sind diese Einkünfte als sonstige Erträge zu verbuchen. Die gesamten Einkünfte aus operativer Tätigkeit, inklusive der erwähnten € 0,87 Mio., lagen im Berichtsjahr bei € 13,45 Mio. ( 6,7%) - und damit noch immer unter der Zielmarke von € 14 bis 15 Mio. "Unser Umsatz litt stärker unter der schwierigen Marktlage, als wir es erwartet hatten", erklärt OnVista-Vorstand Oidtmann. "Unsere Geschäftspolitik ist jedoch in erster Linie ertrags- und nicht umsatzorientiert. Wir haben einen Gewinn erwirtschaftet, obwohl unsere ursprünglichen Umsatzerwartungen nicht erfüllt wurden. Das zeigt: Unsere Restrukturierung war erfolgreich."

Beide Geschäftsfelder profitabel

Der Konzern-Umsatz verteilte sich zu 72% auf das Geschäftsfeld Technologies (früher: Lizenzen) und zu 28% auf das Geschäftsfeld Media (früher: Portal).

Im Geschäftsfeld Technologies erzielte OnVista einen Gesamtumsatz in Höhe von € 10,29 Mio., davon € 9,07 Mio. extern (Vorjahr: € 8,24 Mio.). Damit ist der Außenumsatz um 10% gestiegen. Inklusive der bereits erwähnten zusätzlichen Einkünfte aus Lizenzverträgen lagen die Gesamteinnahmen bei € 11,16 Mio., davon € 9,94 Mio. extern. Das Vorsteuer-Ergebnis betrug € 0,63 Mio. Das Geschäftsfeld Technologies besteht im Wesentlichen aus der OnVista Technologies GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der OnVista AG. Das IT-Unternehmen ist einer der größten europäischen Systemanbieter im Bereich Finanzmarktinformationen. "Unsere Hauptkunden - Finanzdienstleister wie Banken, Börsen und Fonds-Gesellschaften - haben ihre IT-Investitionen 2002 stark zurückgefahren", kommentiert Stephan Schubert, Vorstand Technologies, die Zahlen. "Vor diesem Hintergrund werten wir es als Erfolg, dass es uns 2002 gelungen ist, im Geschäftsfeld Technologies unseren Umsatz zu steigern und schwarze Zahlen zu schreiben."

Einen Gewinn erwirtschaftete OnVista auch im Geschäftsfeld Media. Hier wurde ein Gesamtumsatz in Höhe von € 3,51 Mio. erzielt, davon € 3,43 Mio. extern (Vorjahr: € 4,37 Mio.). Verglichen mit dem Vorjahreswert von € 4,37 Mio. ergibt sich ein Rückgang des Außenumsatzes um 22%. Entscheidend ist jedoch, dass das Geschäftsfeld Media profitabel arbeitete. Das Vorsteuer-Ergebnis lag bei € 0,40 Mio. Das Geschäftsfeld umfasst die OnVista Media GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der OnVista AG. Das Medienunternehmen betreibt und vermarktet das Finanzportal www.onvista.de . "Unsere Website ist eines der wenigen Online-Angebote in Deutschland, das schwarze Zahlen schreibt", hebt der für das Geschäftsfeld verantwortliche Vorstand Schwetje hervor. "Insbesondere eine Umsatzrendite im zweistelligen Prozentbereich - im Berichtsjahr waren es 11% auf Vorsteuer-Basis - dürfte in der Branche nur selten erzielt werden."

Da OnVista für das Geschäftsjahr 2002 erstmals eine detaillierte Segmentberichterstattung vorlegt, existieren lediglich zum Außenumsatz Vorjahres-Vergleichswerte.

Positiver Cash Flow

2002 erzielte OnVista - wie angekündigt - einen positiven Cash Flow. Der Konzern-Cash Flow lag bei € 1,16 Mio. Im Vorjahr war er mit € -5,78 Mio. deutlich negativ ausgefallen. Positiv war im Berichtsjahr auch der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit. Er betrug € 0,37 Mio., nachdem OnVista 2001 einen operativen Mittelabfluss (€ -1,06) verzeichnet hatte.

Komfortable Liquiditätslage und hohe Eigenkapitalquote

Die Bilanz der OnVista AG weist zum 31.12. 2002 auf der Passivseite eine Eigenkapitalquote von 94% (31.12.2001: 90%) aus. Auf der Aktivseite stieg der Finanzmittelbestand zum Berichtsjahresende auf € 27,46 Mio. (31.12.2001: € 27,27 Mio.). Dazu Finanzvorstand Schwetje: "Unsere Liquiditätssituation ist nach wie vor äußerst komfortabel und hat sich sogar noch verbessert. Bei einem Börsenkurs von derzeit knapp € 4 notieren wir unter Cash-Niveau." Zum 31.12.2002 betrug der Cash-Wert je Aktie € 4,10, nach € 4,07 zum 31.12.2001.

Stärkung der Rücklagen

Durch Hebung stiller Reserven (Aktivierung der Firmenwerte) im Zuge der Ausgliederung der operativen Geschäftsfelder Technologies und Media in GmbHs errechnet sich im Einzelabschluss der OnVista AG nach HGB im Berichtsjahr erstmals ein Jahresüberschuss. Der Bilanzgewinn der AG vor Entnahmen und Einstellung in die Gewinnrücklagen betrug € 7,13 Mio. Im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden € 3,35 Mio. davon in die Gewinnrücklagen eingestellt. Da es sich um einen reinen Buchgewinn handelt, werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen und keine Dividende auszuschütten.

Ausblick: Keine konkreten Zahlenprognosen möglich

Für 2003 zeichnet sich in Deutschland noch keine konjunkturelle Trendwende ab. Auch auf den Absatzmärkten von OnVista gibt es keine Anzeichen für eine dauerhafte Besserung: Der Kapitalmarkt befindet sich nach wie vor in der Baisse, die Bankenkrise hält an, und die Werte zu Jahresbeginn 2003 lassen nicht auf ein Anziehen der Werbekonjunktur schließen. Hinzu kommen starke Unsicherheiten, die detaillierte Vorhersagen über den Geschäftsverlauf 2003 nahezu unmöglich machen: "Was konkrete Zahlenprognosen angeht, sind wir zu diesem Zeitpunkt bewusst zurückhaltend", erklärt OnVista-Vorstand Oidtmann. "Zu unkalkulierbar sind auf der einen Seite die Auswirkungen von Krieg und dringend erforderlichen, aber weiterhin verzögerten innenpolitischen Reformen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und auf der anderen Seite die Folgen der Bankenkrise auf unsere Nachfragesituation und damit den für OnVista zu erwartenden Umsatz."

Unabhängig von der konjunkturellen Lage ist OnVista sowohl auf der Produkt- als auch auf der Kostenseite gut aufgestellt. Mit Investitionen wird das Unternehmen, bis sich die wirtschaftliche Situation ändert, sehr vorsichtig umgehen, um die Kostenstruktur - nach der erfolgreichen Restrukturierung - auf dem aktuellen, niedrigen Niveau zu halten. Auch die auf den Hauptkostenblock Personalaufwand wirkende Personalplanung sieht keine wesentlichen Veränderungen vor.



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