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OnVista AG - 2002

9-Monatszahlen 2002 im Plan

Erneut schwarze Zahlen geschrieben/ Cash Flow positiv/ Positives Konzernergebnis vor Steuern im Gesamtjahr erwartet

Köln, 18. November 2002. - Die OnVista AG legt heute ihren 9-Monatsbericht vor. Nachdem das eFinance-Technologie- und Medienunternehmen bereits im zweiten Quartal schwarze Zahlen geschrieben hatte, konnte es seine Ergebnissituation im dritten Quartal 2002 weiter verbessern. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) fiel mit € 0,46 Mio. im dritten Quartal 2002 noch deutlicher positiv aus als in den zwei Vorquartalen (z.B. Q2/02: € 0,31 Mio.). Im dritten Quartal des Vorjahres hatte es noch bei € -0,93 Mio. gelegen. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) war im dritten Quartal 2002 erneut negativ (€ -0,22 Mio.), hat sich aber im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum (€ -1,47 Mio.) deutlich verbessert. Das Konzern-Ergebnis vor Steuern (EBT) lag im dritten Quartal 2002 bei € 0,14 Mio., nach € -1,18 Mio. im Vergleichsquartal des Vorjahres. Das Ergebnis nach Steuern war zum zweiten Mal in Folge positiv und betrug € 0,03 Mio. Im dritten Quartal 2001 hatte OnVista noch ein Nachsteuer-Ergebnis von € -0,96 Mio. ausgewiesen.

Auch im gesamten 9-Monatszeitraum haben sich alle Ergebniskennzahlen im Vergleich zur - stark durch Wertberichtigungen belasteten - Vorjahresperiode deutlich verbessert. OnVista erzielte in den ersten neun Monaten 2002 ein EBITDA von € 0,77 Mio., nach € -2,21 Mio. im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das EBIT betrug € -1,11 Mio. (9 Mon./01: € -4,74 Mio.). Das Konzernergebnis vor Steuern lag bei € -0,08 Mio. (9 Mon./01: € -6,76 Mio.) und das Nachsteuer-Ergebnis bei € -0,25 Mio. (9 Mon./01: € -6,50 Mio.).

"In den ersten drei Quartalen 2002 konnten wir unsere Ziele unter nach wie vor schwierigen Marktbedingungen erfüllen," erläutert Michael W. Schwetje, Vorstand Portal und Finanzen der OnVista AG, die heute vorgelegten Zahlen. "Wir konnten unsere Kosten deutlich zurückfahren und haben wie geplant im zweiten und dritten Quartal schwarze Zahlen geschrieben."

Kosten spürbar reduziert

Verantwortlich für die positive Entwicklung der Ergebnislage sind in erster Linie deutliche Kosteneinsparungen. Hierdurch konnte OnVista seine operativen Kostenin den ersten neun Monaten 2002 auf insgesamt € 11,02 Mio. senken. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei € 12,84 Mio. Das entspricht einem Rückgang um 14 Prozent. "Ein Blick auf die Kostenstruktur zeigt, dass es uns gelungen ist, sowohl die variablen als auch die fixen Kosten zu senken," kommentiert Finanzvorstand Schwetje. "Wir haben jetzt in etwa die Kostenbasis erreicht, auf der wir dauerhaft arbeiten können."

Erwartungsgemäß verhaltene Umsatzentwicklung

Der Konzernumsatz lag in den ersten drei Quartalen 2002 bei € 8,58 Mio., nach € 9,17 Mio. in der entsprechenden Vorjahresperiode (-6,5%). Die verhaltene Umsatzentwicklung entspricht der Planung und ist auf die nach wie vor angespannte gesamtwirtschaftliche Lage zurückzuführen.

In diesem Zusammenhang sind zwei Effekte zu berücksichtigen, die den Umsatz des Berichtszeitraums im Vergleich zum Vorjahr kleiner erscheinen lassen. Zum einen hatte OnVista in den ersten neun Monaten 2002 zusätzliche Einkünfte aus Lizenzverträgen in Höhe von € 0,87 Mio., die nicht in der Position "Umsatz", sondern in der Position "sonstige betriebliche Erträge" ausgewiesen werden. Diese stammen aus Lizenzgebühren, die Kunden für ihre inzwischen eingestellten Online-Auftritte vertragsgemäß an OnVista zahlen. Da zwar auf der einen Seite ein Zahlungsstrom fließt, auf der anderen Seite aber keine Leistung mehr erbracht wird, sind diese Einkünfte als "sonstige Erträge" zu verbuchen, entsprechen dem Wesen nach aber eher einem Umsatz. Die gesamten Einkünfte aus operativer Tätigkeit, inklusive der beschriebenen sonstigen Erträge aus Lizenzverträgen, lagen im Berichtszeitraum bei € 9,44 Mio.

Zum anderen profitierte der Vorjahresumsatz von einem Sondereffekt: Er enthielt Erlöse aus nicht-monetären Geschäftsvorfällen in Höhe von € 0,73 Mio. in den ersten neun Monaten 2001. Diese stammten aus einer Minderheitsbeteiligung, die OnVista im Jahr 2000 erworben und im Jahr 2001 über Mediavolumen auf der eigenen Website beglichen hat. Nach US GAAP werden solche Einkünfte in der Position "Umsatz" ausgewiesen, wobei sie nicht mit einem Mittelzufluss korrespondieren. Ohne den Sondereffekt hätte der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2001 bei lediglich € 8,45 Mio. gelegen.

Betrachtet man die Entwicklung bereinigt um die beiden beschriebenen Effekte, so ergibt sich von den ersten neun Monaten 2001 auf den entsprechenden Zeitraum 2002 ein Zuwachs um 12 Prozent.

Geschäftsfeld Lizenzen mit steigender Bedeutung

Der Konzernumsatz verteilte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres zu 70 Prozent auf das Geschäftsfeld Technologies (früher: Geschäftsfeld Lizenzen) und zu 30 Prozent auf das Geschäftsfeld Media (früher: Geschäftsfeld Portal). Damit ist die relative Bedeutung des Lizenzbereichs für OnVista weiter gestiegen (9 Mon./01: 63% vs. 37%). Der im Ausland erzielte Umsatz wird entstehungsgemäß dem Geschäftsfeld Technologies zugerechnet.

Die Lizenzumsätze lagen im Berichtszeitraum bei € 6,01 Mio., 3,6 Prozent höher als in der entsprechenden Vorjahresperiode (9 Mon./01: € 5,80 Mio.). Die gesamten Umsätze des Geschäftsfelds Technologies, inklusive der bereits erwähnten umsatzäquivalenten Einkünfte aus Lizenzgebühren (€ 0,87 Mio.), beliefen sich auf € 6,87 Mio. Auf dieser Berechnungsgrundlage ergibt sich ein Zuwachs der Lizenzeinnahmen um 18 Prozent.

Das Geschäftsfeld Media generierte in den ersten neun Monaten dieses Jahres Umsätze in Höhe von € 2,57 Mio. Darin enthalten sind im Wesentlichen Erlöse aus Werbung und Content-Partnerschaften auf der Website www.onvista.de. Das entspricht einem Rückgang um 24 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres (9 Mon./01: € 3,37 Mio.). Ohne Berücksichtigung des bereits beschriebenen Sondereffekts hätten die Portalerlöse in den ersten neun Monaten 2001 lediglich € 2,65 Mio. betragen. Auf dieser Berechnungsgrundlage ergibt sich ein Rückgang der Portaleinnahmen um 3,0 Prozent.

Positiver Cash Flow

Im laufenden Jahr verzeichnete OnVista - anders als im Vorjahr - einen Mittelzufluss. Der Konzern Cash Flow lag in den ersten neun Monaten 2002 bei € 0,81 Mio. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum verzeichnete das Unternehmen noch einen Mittelabfluss von € 6,45 Mio. Positiv war auch der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit. Er betrug in den ersten drei Quartalen 2002 € 1,24 Mio., nach € -1,95 Mio. in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Dazu OnVista-Vorstand Schwetje: "Unsere Liquiditätssituation ist nach wie vor äußerst komfortabel und hat sich sogar noch verbessert. Bei einem Börsenkurs von derzeit gut 4 Euro notieren wir lediglich am Cash-Niveau." Zum 30.9.2002 betrug der Cash-Wert je Aktie € 4,17, nach € 4,07 zum 31.12.2001. Der Finanzmittelbestand der OnVista AG stieg auf € 28,14 Mio. (31.12.2001: € 27,27 Mio.).

Gesamtjahr 2002: Jahresüberschuss geplant

Wichtigstes Ziel für OnVista ist die dauerhafte Rückkehr in die Gewinnzone. "Aufgrund des planmäßigen Verlaufs der ersten neun Monate 2002 und insbesondere der positiven Ergebnisentwicklung gehen wir davon aus, dass wir auch auf Jahresbasis schwarze Zahlen schreiben werden," erklärt Fritz Oidtmann, Sprecher des Vorstands der OnVista AG. Für das Gesamtjahr 2002 erwartet das Kölner Unternehmen weiterhin ein leicht positives Konzernergebnis vor Steuern. Der Planung liegt ein - aufgrund der konjunkturellen Situation und des Marktumfelds - weiterhin verhaltenes Umsatzwachstum zugrunde. Oidtmann weiter: "Selbst wenn unsere Einkünfte aus operativer Tätigkeit (inkl. der umsatzäquivalenten Einkünfte aus Lizenzgebühren) unter den ursprünglich prognostizierten € 14 Mio. bis € 15 Mio. zurückbleiben sollten, gehen wir von einem positiven Konzernergebnis vor Steuern aus."

Das EBITDA wird voraussichtlich im unteren einstelligen Millionenbereich liegen und damit noch deutlicher positiv sein. Das EBIT wird wie geplant negativ ausfallen. Durch die Auflösung aktiver Steuerlatenzen aufgrund der Ausgliederung der zwei Geschäftsfelder in die OnVista Media GmbH bzw. die OnVista Technologies GmbH wird das Nachsteuer-Ergebnis nach US GAAP im unteren einstelligen Millionenbereich negativ ausfallen. "Dies ist ein einmaliger, rein technischer Effekt ohne materielle Auswirkung auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens," erläutert Oidtmann. "Aus der ausgliederungsbedingten Auflösung von Steuerlatenzen entsteht keine tatsächliche Steuerzahlung, auch die Liquiditätssituation bleibt davon vollkommen unberührt. Die einzige hiervon betroffene Kennzahl ist das US GAAP-Ergebnis nach Steuern im Jahr 2002."

Ausgliederung in GmbHs wirksam geworden

Die Ausgliederung der beiden operativen Geschäftsfelder Technologies (früher: Lizenzen) und Media (früher: Portal) in eigenständige GmbHs wurde im dritten Quartal ins Handelsregister eingetragen. Damit fungiert die OnVista AG jetzt als Holding für die hundertprozentigen Tochtergesellschaften OnVista Technologies GmbH und OnVista Media GmbH. Mit diesem Schritt wird die bereits Anfang 2001 vorgenommene organisatorische Trennung der beiden Geschäftsfelder nun auch formaljuristisch nachvollzogen. Ziel ist es, die Profitabilität beider Gesellschaften und damit des Gesamtunternehmens zu erhöhen.



Alle Zahlen: 9-Monats-Konzernabschluss nach US-GAAP

Zum vollständigen Quartalsbericht 3/2002

Kennzahlen im Überblick