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OnVista AG - 2001

Vorabmeldung zum Quartalsbericht 2/2001:

Umsatz wächst unter Plan / Nicht liquiditätswirksame einmalige Sondereffekte belasten Ergebnis / Jahresplanung nach unten korrigiert / Konsequente Kostenreduzierungen

Köln, 16. August 2001 - Die OnVista AG, ein in Deutschland führender Anbieter hochwertiger Finanzinformationen und Analysetools für elektronische Medien, erwirtschaftete im zweiten Quartal 2001 einen Konzernumsatz von € 3,18 Mio. Damit hat das Unternehmen seine Erlöse zwar gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal (€ 1,65 Mio.) zwar nahezu verdoppelt ( 93%), blieb aber hinter der eigenen Planung zurück. Der Halbjahresumsatz lag bei € 6,25 Mio., das entspricht einem Plus von 145 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2000 (€ 2,55 Mio.).

Das Konzernergebnis nach Steuern wurde durch einmalige nicht liquiditätswirksame Sondereffekte in Höhe von € 4,41 Mio. belastet und lag im zweiten Quartal 2001 bei € -5,38 Mio. (Q2/2000: € 0,43 Mio.), in der gesamten ersten Jahreshälfte bei € -5,54 Mio. (1. Hj. 2000: € -0,15 Mio.). Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) betrug im zweiten Quartal 2001 € -1,17 Mio. (Q2/2000: € -0,18 Mio.) und im 6-Monatszeitraum € -1,28 Mio. (1. Hj. 2000: € -0,25 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei € -2,38 Mio. im zweiten Quartal 2001 (Q2/2000: € -0,32 Mio.), im ersten Halbjahr 2001 bei € -2,92 Mio. (1. Hj. 2000: € - 0,85 Mio.).

Einmalige Sondereffekte beeinträchtigen Quartalsergebnis

"Der unerwartet hohe Fehlbetrag im zweiten Quartal ist insbesondere auf einmalige Sondereffekte zurückzuführen", erläutert Michael W. Schwetje, Vorstand Finanzen und Portal der OnVista AG, den Quartalsabschluss. "So haben wir - dem Vorsichtsprinzip folgend - bei einer Reihe von Beteiligungen den ursprünglichen Wertansatz reduziert. Die Unternehmen sind weiterhin operativ tätig. Allerdings wurden die Beteiligungen Ende 1999 bzw. Anfang 2000 in der Hochphase der New Economy erworben, und die Marktbewertung von Internet-Firmen ist seitdem deutlich gesunken. Mit den im zweiten Quartal durchgeführten Wertberichtigungen haben wir im Beteiligungsbereich alle Risiken abgefedert, die zum jetzigen Zeitpunkt absehbar sind."

Der durch die Sonderabschreibungen auf Finanzanlagen entstandene Einmaleffekt wirkt sich mit € -3,21 Mio. in der Gewinn- und Verlustrechnung aus. Hinzu kommen einmalige Sonderabschreibungen auf Software in Höhe von € 0,65 Mio. sowie auf ausfallgefährdete Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 0,14 Mio. Darüber hinaus wurden Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von € 0,41 Mio. gebildet.

Operatives Ergebnis leidet unter Konjunkturschwäche

Darüber hinaus wurde das operative Ergebnis belastet durch den konjunkturell unter Plan liegenden Umsatz, dem planmäßig gestiegene Kosten gegenüber stehen. Hintergrund der verlangsamten Umsatzsteigerung war das sich abschwächende Wirtschaftswachstum in Europa, das bestehende und potenzielle Lizenzkunden bewog, Investitionsentscheidungen zu verzögern, um die Marktentwicklung weiter zu beobachten.

Der Konzernumsatz stammte im ersten Halbjahr 2001 zu 62 Prozent aus dem Geschäftsfeld Lizenzen und zu 38 Prozent aus dem Geschäftsfeld Portal. Die Lizenzerlöse lagen in der ersten Jahreshälfte 2001 bei € 3,84 Mio. Das sind 200 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (€ 1,28 Mio.). Im zweiten Quartal 2001 erwirtschaftete OnVista im Geschäftsfeld Lizenzen einen Umsatz von € 1,95 Mio., ein Plus von 144 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Quartal des Vorjahres (€ 0,80 Mio.). Das Geschäftsfeld Portal, das sich aus den Erlösquellen Werbung und eCommerce zusammensetzt, generierte in den ersten sechs Monaten 2001 Umsätze in Höhe von € 2,40 Mio. Das sind 90 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2000 (€ 1,27 Mio.). Im zweiten Quartal 2001 erzielte OnVista mit seinem Portal einen Umsatz von € 1,23 Mio., ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal (€ 0,85 Mio.).

Komfortable Liquiditätslage sichert Handlungsspielraum

Da ein Großteil des negativen Ergebnisses auf nicht liquiditätswirksame Abschreibungen zurückzuführen ist, haben sich die liquiden Mittel des OnVista-Konzerns nur vergleichsweise geringfügig reduziert. Der Finanzmittelbestand betrug zum Ende des zweiten Quartals 2001 € 29,11 Mio., nach € 32,78 Mio. per 31.12.2000. Der Buchwert je Aktie* lag per 30.6.2001 bei € 5,98 und hat sich seitdem nur minimal verändert.

Umsatzsteigerung auch im zweiten Halbjahr weniger dynamisch als erwartet

Im zweiten Halbjahr 2001 wird der Konzernumsatz zwar weiter wachsen, aber weniger dynamisch als zu Jahresbeginn geplant. Dazu Finanzvorstand Schwetje: "Wir erwarten in der zweiten Jahreshälfte 2001 noch keinen konjunkturellen Umschwung und damit weiterhin eine zurückhaltende Nachfrage im Geschäftsfeld Lizenzen. Ähnliches gilt für das Geschäftsfeld Portal", so Schwetje weiter. "Auch wenn wir die Online-Werbeumsätze aufgrund der marktführenden Position unseres Finanzportals voraussichtlich stärker steigern können als der gesamte Online-Werbemarkt, wird der Umsatzzuwachs nicht so hoch ausfallen, wie ursprünglich prognostiziert."

Konsequente Kostenreduzierungen

Um den unter Plan liegenden Umsatz aufzufangen, wird OnVista deutliche Kosteneinschnitte vornehmen. "Wir werden uns auf unser Kerngeschäft fokussieren und uns von Randaktivitäten trennen, die keine Aussicht auf schnelle Profitabilität haben", so Finanzvorstand Schwetje. "Das Ziel ist, die Kosten auf ein Maß herunterzusetzen, das es uns erlaubt, selbst im Falle einer unverändert schlechten konjunkturellen Lage - und damit Nachfragesituation - profitabel zu arbeiten." Bereits im zweiten Halbjahr 2001 werden die Kosten deutlich unter dem ursprünglichen Budget bleiben, im Jahr 2002 werden die jetzt eingeleiteten Maßnahmen voll greifen und zu Kostenreduzierungen im deutlich einstelligen Mio.-€-Bereich führen.

Internationalisierung konzentriert sich auf Lizenzgeschäft

Darüber hinaus wird sich das Unternehmen im europäischen Ausland noch stärker als bislang auf das Lizenzgeschäft konzentrieren. Dadurch kann OnVista das Consumer-Marketing-Budget zur Bewerbung der Websites einsparen und die Anlaufinvestitionen für die Internationalisierung unter dem ursprünglichen Plan halten.

"Die OnVista AG hatte von Anfang an vorgesehen, ihre Expansionsgeschwindigkeit von der Finanzierbarkeit aus dem laufenden Geschäft abhängig zu machen", erklärt Fritz Oidtmann, Vorstand Lizenzen und Internationalisierung. "Wir haben das Expansionstempo bereits leicht gedrosselt. Während wir in England Lizenz- und Portalgeschäft gleichzeitig gestartet haben, erfolgte unser Markteintritt in Frankreich zunächst ohne den Launch einer eigenen Website. Auch in Italien werden wir ähnlich vorgehen und uns auf das Lizenzgeschäft konzentrieren." In England, Frankreich und der Schweiz konnte OnVista bereits erste Lizenzaufträge akquirieren. Derzeit verhandelt das Unternehmen mit rund 15 potenziellen Lizenzkunden im internationalen Bereich.

Jahresplanung überarbeitet

Für das Gesamtjahr 2001 korrigiert der Vorstand der OnVista AG seine Umsatzprognose auf € 13 bis 14 Mio. Das entspräche einer Steigerung von rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2000: € 8,24 Mio.). Das Konzernergebnis wird voraussichtlich auch im dritten und vierten Quartal negativ ausfallen, allerdings nicht annähernd so hoch wie im zweiten Quartal. Zum einen ist der unerwartet hohe Verlust im zweiten Quartal zu einem Großteil auf Einmaleffekte zurückzuführen. Zum anderen werden Kosteneinsparungen einen Teil des ursprünglich geplanten, nun aber voraussichtlich ausbleibenden Umsatzes kompensieren. OnVista erwartet ein Konzern-Jahresergebnis zwischen € -6,5 und € -7 Mio.

Gewinnzone soll in 2002 wieder erreicht werden

"Trotz der kurzfristig erschwerten Lage sind wir davon überzeugt, dass OnVista wieder schwarze Zahlen schreiben und nachhaltig Gewinne erwirtschaften wird", kommentiert Michael W. Schwetje die Aussichten. "Von den Kostenreduzierungen und dem gedrosselten Tempo bei der europäischen Expansion erwarten wir uns bereits in der zweiten Jahreshälfte positive Ergebniseffekte. Im Jahr 2002 wollen wir die Gewinnzone wieder erreichen."

OnVista agiert im Schnittpunkt zweier Wachstumsbranchen, Internet und Finanzen. Mit dem erstmaligen Erreichen der Gewinnzone im vergangenen Jahr hat die Gesellschaft bewiesen, dass ihr Geschäftsmodell tragfähig ist. Es ist darüber hinaus extrem skalierbar und birgt mittel- bis langfristig gesehen große Wachstumschancen.

* Buchwert je Aktie: Finanzmittelbestand inkl. jederzeit veräußerbarer Pfandbriefe, Beteiligungen, Teile des Anlagevermögens sowie Forderungen abzügl. Verbindlichkeiten, geteilt durch die Anzahl der Aktien

Alle Zahlen: 6-Monats-Konzernabschluss nach US-GAAP

Zum vollständigen Quartalsbericht 2/2001


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