Köln/ Frankfurt, 16. April 2003. - Einen internationalen Großauftrag vermeldet das IT- und Medienunternehmen OnVista AG. Über sein Tochterunternehmen OnVista Technologies, einen Systemanbieter im Bereich Finanzmarktdaten, hat OnVista eine der größten Börsen Europas, Euronext, als Lizenzkunden gewonnen. Das gab Stephan Schubert, Vorstand Technologies der OnVista AG, heute anlässlich der Jahres-Pressekonferenz des Unternehmens in Frankfurt bekannt. "Das Euronext-Projekt ist unser bislang größter Lizenzauftrag, sowohl nach Projektumfang als auch nach Umsatzvolumen", ordnete Schubert die Bedeutung des Vertragsabschlusses für das Kölner Unternehmen ein. Über die mehrjährige Vertragslaufzeit erzielt OnVista einen Gesamtumsatz im mittleren einstelligen Millionenbereich. Schubert weiter: "Wir sind stolz darauf, uns gegen eine erlesene Auswahl von international tätigen Wettbewerbern durchgesetzt zu haben." An dem Pitch um den Euronext-Auftrag haben sich mehr als zehn Anbieter aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA beteiligt.
Euronext N.V., ein Zusammenschluss der Börsen Paris, Brüssel, Amsterdam, Lissabon und der Londoner Derivate-Börse LIFFE, betreibt die erste vollintegrierte paneuropäische Börse. Das Unternehmen beauftragt OnVista mit dem Bau einer umfassenden Datenbank-Plattform zur Speicherung, Verarbeitung und Darstellung von eigenen Börsenkursen und externen Finanzmarktdaten. Auf Basis der von OnVista Technologies im Pariser Euronext-Rechenzentrum angelegten Plattform wird die Börse in einem ersten Schritt die Website www.euronext.com programmieren. Diese mehrsprachige Informationsseite soll im Laufe des Jahres einem umfassenden Relaunch unterzogen werden. Neben der einmaligen Zahlung für die Installation der Plattform erhält OnVista während der mehrjährigen Vertragslaufzeit monatliche Lizenzgebühren für deren Wartung und Weiterentwicklung. Darüber hinaus beinhaltet der Vertrag die Möglichkeit für Euronext, Daten und Applikationen an Dritte weiterzulizenzieren, wobei OnVista gegebenenfalls einen Teil der Lizenzeinnahmen als Erlösbeteiligung erhält. "Da ein Auftrag in dieser Größenordnung Teil unserer Planung war, werden die Euronext-Lizenzeinnahmen keinen unerwarteten Umsatz- oder Ergebnissprung verursachen", ergänzte Schubert. Bei Lizenzprojekten dieser Größenordnung liegen zwischen dem Erstkontakt und der Auftragsvergabe in der Regel mehrere Monate bis über ein Jahr.
Das Geschäftsfeld Technologies trägt rund 70% zum Konzern-Umsatz der OnVista AG bei. Die gesamten Einkünfte des Geschäftsfelds lagen 2002 bei € 11,16 Mio., davon € 9,94 Mio. extern. Das Vorsteuer-Ergebnis lag bei € 0,63 Mio.
Geschäftsfeld Media: Affiliate-Programm als zusätzliche Umsatzquelle
Darüber hinaus gab das IT- und Medienunternehmen auf seiner Jahres-Pressekonferenz bekannt, dass es im Geschäftsfeld Media eine neue Umsatzquelle erschließen will. 2003 startet OnVista Media, das Tochterunternehmen der OnVista AG, das das Finanzportal www.onvista.de betreibt, ein so genanntes Affiliate-Programm.
"Bei der Vermarktung unserer Website erzielen wir derzeit erfreuliche Erfolge mit Direktmarketing-Kampagnen", erläuterte Michael W. Schwetje, Vorstand Media und Finanzen der OnVista AG. Unter Direktmarketing werden vertriebsunterstützende Werbemaßnahmen verstanden, die den Empfänger direkt ansprechen oder Medien gezielt nutzen, um eine messbare Reaktion oder eine Transaktion mit dem Kunden zu erzielen. So unterstützt OnVista Kunden wie American Express beispielsweise dabei, Adressen zu generieren oder Neukunden für ihre Produkte zu gewinnen. "Direktmarketing-Kampagnen werden typischerweise erfolgsabhängig vergütet", erklärte Schwetje. "Die Orientierung an messbarem Vertriebserfolg ist ein Ansatz, der die Bedürfnisse unserer Kunden trifft, gerade in Zeiten enger Marketingbudgets."
Um die Anzahl der zu erreichenden User bzw. Endkunden für Direktmarketing-Aktivitäten zu erhöhen, wird OnVista in Zukunft so genannte Affiliates gewinnen, also Partnerunternehmen, auf deren Websites die Direktmarketing-Aktionen zusätzlich geschaltet werden. Auf Basis seiner guten Kontakte zu Finanzdienstleistern akquiriert OnVista namhafte Produktanbieter und schnürt zusammen mit dem jeweiligen Kunden ein webtaugliches Produktpaket, inklusive einer Prämie. Außerdem erstellt und schaltet OnVista die Werbemittel, übernimmt das Vertriebscontrolling sowie die Abrechnung der Provisionen innerhalb des Affiliate-Netzwerkes. "Der Charme des Modells", so Schwetje, "besteht darin, dass alle Beteiligten profitieren: unsere Partner, da sie eine Erlösbeteiligung erhalten, ohne eigenen Vertriebsaufwand betreiben zu müssen; unsere Werbekunden, weil sie über einen einzigen Ansprechpartner eine erhöhte Nettoreichweite für ihre Kampagnen erreichen; wir selbst, indem wir zusätzliche Umsätze generieren."
Als mögliche Affiliates eignen sich nicht nur Wirtschafts-Websites, sondern auch reichweitenstarke Special-Interest-Angebote aus anderen Themenbereichen sowie General-Interest-Medien. Als erste Partner hat OnVista Multex Investor, n-tv.de, RP-Online und ZDNet gewonnen. Damit erreicht das OnVista Affiliate-Netzwerk bereits heute mehr als 100 Millionen Seitenabrufe.
Das Geschäftsfeld Media trägt rund 30% zum Konzern-Umsatz der OnVista AG bei. Im Geschäftsjahr 2002 erzielte es einen Gesamtumsatz von € 3,51 Mio., davon € 3,43 Mio. extern. Das Vorsteuer-Ergebnis lag bei € 0,40 Mio. "Unsere Website ist eines der wenigen Online-Angebote in Deutschland, die schwarze Zahlen schreiben", hob der für das Geschäftsfeld verantwortliche Vorstand Schwetje hervor. "Inbesondere eine Umsatzrendite im zweistelligen Prozentbereich - im vergangenen Jahr waren es 11% - dürfte in der Branche nur selten erzielt werden."
Jahresabschluss 2002: Rückkehr in die Gewinnzone
Nachdem am 7. April wesentliche Zahlen aus dem testierten Konzern-Jahresabschluss 2002 bekannt gegeben worden waren, legte OnVista heute den vollständigen Geschäftsbericht vor. "Trotz des schwierigen Umfelds haben wir 2002 unser Ziel - die Rückkehr in die Gewinnzone - erreicht", kommentierte Fritz Oidtmann, Sprecher des Vorstandes der OnVista AG, den Jahresabschluss. "Und: Beide Geschäftsfelder waren profitabel."
OnVista erzielte im Jahr 2002 einen Konzern-Umsatz von € 12,58 Mio. Inklusive der sonstigen betrieblichen Erlöse in Höhe von € 0,87 Mio. lagen die gesamten Einkünfte aus operativer Tätigkeit bei € 13,45 Mio. (Vorjahr: € 12,60 Mio.; 6,7%). Das Konzern-Ergebnis vor Steuern war mit € 0,15 Mio. positiv (Vorjahr: € -9,81 Mio.).
Zum vollständigen Geschäftsbericht 2002
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