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OnVista AG - 2002

Jahres-Pressekonferenz der OnVista AG

Rückkehr in die Gewinnzone in 2002 / Lizenzprodukt OnVista market.pilot 301 eröffnet neue Umsatzpotenziale

Köln, 10. April 2002. - "Wir wollen dauerhaft in die Gewinnzone zurückkehren und Anlegervertrauen zurückgewinnen. Das ist unser primäres Ziel für das Jahr 2002", erklärte Fritz Oidtmann, Sprecher des Vorstandes der OnVista AG, heute anlässlich der Jahres-Pressekonferenz des Unternehmens in Frankfurt. "Die Weichen für profitables Wachstum sind gestellt - auch wenn die Marktbedingungen nach wie vor schwierig sind." OnVista habe im vergangenen Jahr seine leistungsfähige, hochmoderne IT-Infrastruktur weiter ausgebaut, umsatz- und ertragsorientierte Produktinnovationen entwickelt und seine Marktposition gefestigt, so Oidtmann. Darüber hinaus habe OnVista konsequent Kosteneinsparungsmaßnahmen eingeleitet, als sich Mitte 2001 abgezeichnete, dass der Umsatz konjunkturbedingt unter Plan wachsen würde. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2001 konnte das im eFinance-Bereich tätige Technologie- und Medienunternehmen den Kostenanstieg bremsen und eine positive Trendwende im operativen Geschäft herbeiführen.

Geschäftsfeld Lizenzen: Neues Marktsegment im Blick

Neben Kosteneinsparungen sollen steigende Umsätze das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zurückführen. In diesem Zusammenhang kündigte Stephan Schubert, Vorstand Lizenzen und IT, das Vordringen in ein neues Marktsegment im Lizenzgeschäft an: "Ab diesem Jahr vertreiben wir erstmals ein massenfähiges Standardprodukt zur bankeninternen Anwendung." Im April 2002 wird OnVista den market .pilot 301 einführen, ein browserbasiertes Kursinformationssystem, das von jedem Computer-Arbeitsplatz aus genutzt werden kann. Das Produkt richtet sich in erster Linie an Kundenbetreuer und Wertpapierberater in Bankfilialen sowie unabhängige Vermögens- und Anlageberater. Der OnVista market .pilot 301 umfasst Börsenkurse aller in Deutschland handelbaren Wertpapiere, darunter Aktien, Fonds, Optionsscheine, Zertifikate und Anleihen. Flankiert wird das Angebot durch Charts, News, Stammdaten und Emittenteninformationen. "Die Wertpapierberater sehen sich mit gesteigerten Anforderungen konfrontiert, da ihre Kunden - nicht zuletzt aufgrund des frei verfügbaren Informationsangebots im Internet - immer besser informiert sind", skizzierte Schubert die Marktsituation. "Gleichzeitig stehen die Banken unter enormem Kostendruck. Mit dem OnVista market .pilot 301 bieten wir ein leistungsfähiges und gleichzeitig kostensparendes Produkt für dieses attraktive Marktsegment."

Bislang lizenzierte das Kölner Unternehmen seine Finanzmarktdaten und -applikationen vor allem für Websites und mobile Anwendungen, die die entsprechenden Lizenznehmer ihren eigenen Kunden zur Verfügung stellten. Im vergangenen Geschäftsjahr war es OnVista erstmals gelungen, einen umfangreichen Auftrag für den Intranet-Auftritt einer Großbank zu gewinnen und sich damit im Bereich bankinterner Anwendungen zu profilieren. Der market .pilot 301 ist ein weiterer konsequenter Schritt zur Erschließung dieses für OnVista neuen Absatzmarktes im Lizenzgeschäft. Der Vertrieb für den OnVista market .pilot 301 startet im April. Bereits vor der offiziellen Einführung des Produkts konnten erste Lizenzkunden gewonnen werden. Das Lizenzgeschäft trägt rund 65 Prozent zum Konzernumsatz der OnVista AG bei. Der Umsatz in diesem Geschäftsfeld wuchs im Jahr 2001 um 85 Prozent auf € 8,24 Mio. (Vorjahr: € 4,46 Mio.).

Geschäftsfeld Portal: Umsatz- und ertragsorientierte Innovationen

Im Geschäftsfeld Portal konnte OnVista seinen Umsatz im vergangenen Jahr gegen den Markttrend um 15 Prozent auf € 4,37 Mio. steigern (Vorjahr: € 3,78 Mio.). www.onvista.de hat zwar wie das gesamte Segment der Finanzseiten im Internet im Jahr 2001 an Reichweite verloren, jedoch behauptete die Website jeden einzelnen Monat des Jahres die Marktführerschaft unter den bankenunabhängigen Finanzportalen. Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg waren laut Michael W. Schwetje, Vorstand Portal und Finanzen, umsatz- und ertragsorientierte Innovationen. Diese Strategie wolle OnVista im laufenden Jahr weiterverfolgen: "Es geht uns nicht in erster Linie darum, die Seitenabrufe unserer Website ständig weiter zu steigern. Entscheidend für uns ist, wie wir damit Geld verdienen." Ideal seien Inhalte, die sowohl die Interessen der Werbekunden als auch der User treffen.

Als Beispiel hierfür nannte Schwetje unter anderem den kürzlich eingeführten OnVista Investor Relations-Service. Dieser bietet börsennotierten Unternehmen gegen ein monatliches Entgelt die Möglichkeit, Aktionäre und potenzielle Anleger auf der Website www.onvista.de gezielt über ihre Aktie zu informieren und sich aufmerksamkeitsstärker zu präsentieren. Damit haben sie die Chance, das reichweitenstärkste bankenunabhängige Finanzportal in Deutschland als Publikationsplattform zu nutzen. Der Service wird bislang von fünf börsennotierten Gesellschaften aus verschiedenen Börsensegmenten genutzt, darunter von der Daimler Chrysler AG, und erfreut sich großen Zuspruchs bei Usern.

OnVista hat Anfang April einen Premium-Bereich gestartet, in dem hochwertige Tools und Inhalte gebündelt sind, die gegen Entgelt bezogen werden können. Alle Inhalte, die zur Zeit kostenlos und ohne Registierung abrufbar sind, werden allerdings auch in Zukunft frei bleiben. Über den Premiumbereich auf der Website hinaus bietet OnVista Bezahlinhalte auch über den Mobilfunkdienst i-modeTM sowie über einen eigenen SMS-Service. "Paid Content ist eine zusätzliche Einnahmenquelle, die dieses Jahr allerdings maximal fünf Prozent zum Portalumsatz beitragen wird", steckte Schwetje den Rahmen ab. "Wichtigste Finanzierungsquelle wird auf absehbare Zeit die Werbung bleiben."

Optionsschein-Website in Italien vor dem Start

Im internationalen Portal-Bereich kündigte Schwetje die Fokussierung auf eine Nischenstrategie an: "Statt breiter Finanzportale werden wir im europäischen Ausland in Zukunft mit Websites an den Markt gehen, die eine attraktive Nische besetzen." So plane OnVista den Start einer Optionsschein-Informationsseite in Italien. Das Angebot werde noch im zweiten Quartal unter der Adresse www.onvista.it gelauncht. "Wir denken, dass wir uns mit unserer Kompetenz im Bereich der derivativen Produkte auch im italienischen Markt einen Namen machen können. Dabei starten wir mit überschaubaren Anlaufinvestitionen", erläuterte Schwetje.

Geschäftsbericht 2001 vorgelegt

Nachdem am 25. März bereits wesentliche Zahlen aus dem testierten Konzern-Jahresabschluss 2001 bekannt gegeben worden waren, legte OnVista heute den vollständigen Geschäftsbericht vor. Danach erwirtschaftete das am Neuen Markt gelistete Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von € 12,60 Mio. Das entspricht einer Steigerung von 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (€ 8,24 Mio.). In beiden Geschäftsfeldern, Lizenzen und Portal, wurden prozentual zweistellige Zuwachsraten erzielt.

Trotz der deutlichen Umsatzsteigerung fiel das Konzernergebnis nach Steuern im Jahr 2001 mit € -9,25 Mio. negativ aus. Im Vorjahr hatte OnVista ein leicht positives Ergebnis von € 0,31 Mio. erzielt. Für den hohen Fehlbetrag waren überwiegend einmalige Sondereffekte in Höhe von insgesamt € 7,34 Mio. verantwortlich. Dabei handelt es sich hauptsächlich um nicht-liquiditätswirksame Abschreibungen auf Finanzanlagen, die sich in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlugen. Diese Abschreibungen resultieren aus Wertberichtigungen auf eine Reihe von Minderheitsbeteiligungen, überwiegend aus dem Internet-Bereich. Bei Nicht-Berücksichtigung der Einmaleffekte läge der Jahresfehlbetrag 2001 bei € 1,91 Mio. Auch EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) und EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) fielen negativ aus: Das EBIT lag bei € -5,68 Mio., nach € -0,16 Mio. im Jahr 2000. Das EBITDA betrug € -2,56 Mio. (Vorjahr: € 1,22 Mio.).

Prognose 2002 präzisiert

Für das Jahr 2002 plant OnVista einen Konzernumsatz von € 14,5 Mio. bis € 15,0 Mio. "Wir sind in beiden Geschäftsfeldern gut positioniert", erklärte Vorstandssprecher Fritz Oidtmann. "Wir wollen auch unter unverändert schwierigen konjunkturellen Bedingungen expandieren, wobei wir den Hauptschub im Lizenzgeschäft sehen." Auf Basis dieses Umsatzwachstums und der Kosteneinsparungen erwartet der Vorstand der OnVista AG im Jahr 2002 ein leicht positives Konzernergebnis nach Steuern von € 0,05 Mio. Das EBIT wird mit voraussichtlich € - 1,0 Mio. nach wie vor negativ ausfallen, das EBITDA soll bei rund € 1,5 Mio. liegen. Erstmals soll auch auf Jahresbasis ein positiver Cash Flow erwirtschaftet werden.

Alle Zahlen: Testierter Konzernabschluss 2001 nach US GAAP


Kennzahlen im Überblick

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