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OnVista AG - 2002

OnVista AG legt wesentliche Zahlen aus dem testierten Jahresabschluss 2001 vor:

Konzernumsatz um 53% gestiegen / Wachstum in beiden Geschäftsfeldern / Jahresfehlbetrag € 9,25 Mio. / Rückkehr in die Gewinnzone in 2002

Köln, 25. März 2002. - Das Technologie- und Medienunternehmen OnVista AG legt heute wesentliche Zahlen aus dem testierten Jahresabschluss 2001 vor. Wie bereits die im Februar veröffentlichten vorläufigen Zahlen zeigten, hat OnVista im vergangenen Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von € 12,60 Mio. erwirtschaftet. Damit hat das Kölner Unternehmen seine Erlöse im Vergleich zum Vorjahr (€ 8,24 Mio.) um 53 Prozent gesteigert.

Prozentual zweistelliges Wachstum in beiden Geschäftsfeldern

Beide Geschäftsfelder, Lizenzen und Portal, trugen zum Wachstum bei. Im Geschäftsfeld Lizenzen steigerte OnVista seine Erlöse von € 4,46 Mio. im Vorjahr auf € 8,24 Mio. im Berichtsjahr. Das entspricht einer Zuwachsrate von 85 Prozent. Damit steuerte das Lizenzgeschäft 65 Prozent (Vorjahr: 54%) zum Konzernumsatz bei und blieb Haupteinnahmequelle des Neuer-Markt-Unternehmens. Trotz der schwierigen Absatzlage baute die OnVista AG ihre Kundenbasis von 38 (31.12.2000) auf 51 (31.12.2001) Lizenznehmer im In- und Ausland aus.

Im Geschäftsfeld Portal erzielte OnVista im Jahr 2001 einen Umsatz von € 4,37 Mio., nach € 3,78 Mio. im entsprechenden Vergleichszeitraum. Damit konnte OnVista seinen Portalumsatz gegen den Markttrend um 15 Prozent steigern und trug 35 Prozent (Vorjahr: 46%) zum Konzernumsatz bei. In das Geschäftsfeld Portal fließen Einnahmen aus Werbung, Content-Kooperationen und eCommerce. Die im Wettbewerbsvergleich positive wirtschaftliche Entwicklung des Portals ist vor allem auf die gute Positionierung der Website www.onvista.de bei Usern und Werbekunden zurückzuführen. Auch wenn das Angebot wie das gesamte Segment der Finanzseiten im Internet im Jahr 2001 absolut an Reichweite verloren hat, behauptete es sich jeden einzelnen Monat des Berichtsjahres als führendes bankenunabhängiges Finanzportal in Deutschland und baute seinen Wettbewerbsvorsprung weiter aus. Im Dezember 2001 erzielte www.onvista.de 32,8 Mio. Seitenabrufe (PageImpressions nach IVW-Verfahren) und 5,8 Mio. Besuche (Visits).

Im Ausland Fokus auf Lizenzgeschäft

Im vergangenen Jahr hat OnVista seine Geschäftstätigkeit auf das europäische Ausland ausgeweitet. Obwohl die europäischen Auslandsmärkte ebenso wie der deutsche unter der Konjunkturkrise, den Schwierigkeiten des Bankensektors und rückläufigen Werbeinvestitionen litten, konnte OnVista bislang fünf internationale Lizenzkunden in Frankreich, Großbritannien, Spanien und der Schweiz gewinnen. Die im April 2001 gestartete Website für den englischen Markt weist derzeit sechsstellige Seitenzugriffe auf. Das Gesamtvolumen der von den ausländischen Tochtergesellschaften erwirtschafteten Erlöse liegt im unteren sechsstelligen €-Bereich und ist im Umsatz des Geschäftsfelds Lizenzen enthalten.

Ergebnis durch nicht-liquiditätswirksame Sondereffekte belastet

Trotz der deutlichen Umsatzsteigerung fiel das Konzernergebnis nach Steuern im Jahr 2001 mit € -9,25 Mio. negativ aus. Im Vorjahr hatte OnVista ein leicht positives Ergebnis von € 0,31 Mio. erzielt. Für den hohen Fehlbetrag waren überwiegend einmalige Sondereffekte in Höhe von insgesamt € 7,34 Mio. verantwortlich. Dabei handelt es sich hauptsächlich um nicht-liquiditätswirksame Abschreibungen auf Finanzanlagen, die sich mit insgesamt € -5,77 in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlugen. Diese Abschreibungen resultieren aus Wertberichtigungen auf eine Reihe von Minderheitsbeteiligungen, überwiegend aus dem Internet-Bereich. Ihr ursprünglicher Wertansatz musste reduziert werden, weil die Marktbewertung dieses Segments seit dem Erwerb der Firmen in den Jahren 1999 und 2000 stark gesunken ist. Hinzu kamen einmalige Sonderabschreibungen auf Software (€ 0,60 Mio.) sowie auf ausfallgefährdete Forderungen (€ 0,38 Mio.). Darüber hinaus wurden Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von € 0,59 Mio. gebildet. Bei Nicht-Berücksichtigung der beschriebenen Einmaleffekte läge der Jahresfehlbetrag 2001 bei € 1,91 Mio.

Kostenanstieg in der zweiten Jahreshälfte gebremst

Auch EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) und EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) fielen negativ aus: Das EBIT lag bei € -5,68 Mio., nach € -0,16 Mio. im Jahr 2000. Das EBITDA betrug € -2,56 Mio. (Vorjahr: € 1,22 Mio.). "Mit dem Verlassen der Gewinnzone und insbesondere mit dem negativen operativen Ergebnis sind wir alles andere als zufrieden", kommentiert Michael W. Schwetje, Vorstand Portal und Finanzen der OnVista AG, die Zahlen. "Ausschlaggebend war, dass dem konjunkturbedingt unter Plan wachsenden Umsatz - zumindest im ersten Halbjahr - planmäßig gestiegene Kosten gegenüberstanden. Als sich das Ausmaß der Konjunkturkrise abzeichnete, haben wir im August reagiert und teils schmerzhafte Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet, die bereits im zweiten Halbjahr den Kostenanstieg gebremst haben."

4. Quartal 2001 erstmals seit Börsengang Cash Flow positiv

Hieraus resultierend zeichnete sich bereits gegen Ende des Berichtsjahres eine positive Trendwende im operativen Geschäft ab. Im 4. Quartal 2001 erwirtschaftete die OnVista AG mit € 0,68 Mio. erstmals seit dem Börsengang einen positiven Cash Flow. Im laufenden Geschäftsjahr werden die Kosteneinsparungen voll zum Tragen kommen.

Im Gesamtjahr 2001 lag der Cash Flow bei € -5,77 Mio., nach € 6,70 Mio. im durch den Börsengang geprägten Vorjahr. Dabei stammten zwei Drittel des negativen Cash Flow, nämlich € -3,89 Mio., aus Investitionstätigkeit. Im Geschäftsjahr 2001 hat OnVista erneut intensiv in IT-Hardware und in die Entwicklung eigener Software investiert. Der Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit dagegen war vergleichsweise niedrig: Der operative Cash Flow lag bei € -1,06 Mio.

Komfortable Liquiditätslage und hohe Eigenkapitalquote

Die Bilanz der OnVista AG weist auf der Passivseite eine Eigenkapitalquote von 90,0 Prozent (Vorjahr: 91,7 Prozent) aus. Auf der Aktivseite ist die Bilanz durch den hohen Finanzmittelbestand von € 27,27 Mio. per 31.12.2001 (Vorjahr: € 32,78 Mio.) geprägt.

Buchwert übersteigt Aktienkurs deutlich

Der Cash-Wert je Aktie lag bei € 4,07. Der Buchwert je Aktie * erreichte € 5,07 und lag deutlich über dem aktuellen Aktienkurs. Nicht adäquat im Aktienkurs widergespiegelt werden darüber hinaus die leistungsfähige IT-Infrastruktur der OnVista AG, ihre Lizenzverträge und exzellenten Kundenbeziehungen, das meistgenutzte bankenunabhängige Finanzportal Deutschlands und das Know-how der über 160 Mitarbeiter.

Rückkehr in die Gewinnzone in 2002

"Unser primäres Ziel für 2002 ist, wieder schwarze Zahlen zu schreiben", erklärt Fritz Oidtmann, Sprecher des Vorstands. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand der OnVista AG mit einem leicht positiven Konzernergebnis nach Steuern. Erstmals soll auch auf Jahresbasis ein positiver Cash Flow erwirtschaftet werden. Der Planung liegt ein Konzernumsatz von € 14,5 Mio. bis € 15 Mio. zu Grunde. Zum Wachstum sollen beide Geschäftsfelder beitragen, wobei der Hauptschub aus dem Lizenzgeschäft erwartet wird."

Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir trotz der nach wie vor schwierigen Marktlage ab 2002 wieder schwarze Zahlen schreiben und nachhaltig Gewinne erwirtschaften können", kommentiert Oidtmann die Aussichten. "Das 4. Quartal 2001 zeigt, dass wir unsere Kostenstruktur bereits merklich verbessert haben und auf dem besten Wege sind, wieder profitabel zu arbeiten." Auch im Beteiligungsbereich wurden mit den 2001 durchgeführten umfassenden Wertberichtigungen alle aus heutiger Sicht erkennbaren Risiken berücksichtigt. Der in der Bilanz aktivierte Restwert der Finanzanlagen liegt bei € 1,24 Mio., nach € 7,34 Mio. per 31.12.2000.

* Buchwert je Aktie: Finanzmittelbestand inkl. jederzeit veräußerbarer Pfandbriefe, plus Beteiligungen, Teilen des Anlagevermögens sowie Forderungen abzügl. Verbindlichkeiten, geteilt durch die Anzahl der Aktien


Alle Zahlen: Testierter Konzernabschluss 2001 nach US GAAP

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